Entscheidungen

Oft wird man in einem Bewerbungsgespräch oder in einem strukturierten Interview gebeten, sein Leben in 5 oder 10 Minuten anhand der wesentlichen Meilensteine wiederzugeben. Warum haben wir uns so entschieden? Warum nicht anders? Welche Entscheidungen haben wir bereut? Welche schlichtweg nicht getroffen, sondern den Fluss des Lebens für uns entscheiden lassen, wo Wind und Wellen uns hintragen?

Ich finde, dass sich seit homo erectus die Entscheidungen leider so ein bisschen verkompliziert haben. Irgendwie reicht’s heute einfach nicht mehr, zwischen Säbelzahntiger, also kräftig draufhauen oder schnell weglaufen, oder gebärfähiges Weibchen, also schnell drauf und nicht lang fragen, zu entscheiden.

Auf welche Schule gehe ich? Was will ich eigentlich mal werden? Wann ziehe ich von zuhause aus? Mit wem will ich mein Leben verbringen? Wer bin ich und wer will ich eigentlich sein?

Spannend fand ich dabei immer, dass wir uns mit zunehmender Komplexität mehr und mehr in den Gründen für unsere Entscheidungen verstricken, so banal diese auch sein mögen. Ein hochdotierter Wissenschaftler hat mir dazu mal erklärt, dass die vertikale Flucht ein beliebter Verdrängungsmechanismus ist, wenn die Komplexität der auf uns einprasselnden Informationen, Abhängigkeiten, Gefühle oder Gedanken bei uns grad einen permanenten system overflow auslöst.

Die vertikale Flucht hab ich mal ganz extrem erlebt bei einer Nachbarin, deren Haus ich an einem Ostersonntag Morgen als Ersthelfer gelöscht hat, weil sie heiße Asche in die Mülltonne gekippt hatte. Und während der Sonntagsbraten in der Röhre brutzelte, hat auch die Mülltonne, der Freisitz, ein paar Ster Holz und ein paar Plastikmöbel ein anständiges Osterfeuer gegeben. Die Frau ist rausgekommen als ich nach ihr geklingelt hab, sah mich löschen und ist wieder reingegangen, um auf ihrem Balkon verwelkte Blüten von den ansonsten tadellos gepflegten Geranien zu zupfen. Puuh, wenigstens die Geranien sind in Ordnung, das ist gerade ein wenig leichter zu ertragen, als sich Gedanken darüber zu machen, dass gerade das Familienheim in Rauch aufgeht.

Eine Frau, die ich mal im Internet kennengelernt hat, konnte mir exakt und ausführlich alle Gründe darlegen, die dazu geführt hatten, ihren Mann nach 20 Jahren Ehe und 3 Kindern wegen eines one (better; less than half a) night stands zu verlassen. Mit den Konsequenzen für ihre Entscheidung konnte sie nur schwer umgehen, aber mir wiederum präzise erklären, aus welchen Gründen es gar nicht in Frage käme, ihrem Mann, der seine Fehltat bitter bereute und zu gern wieder zu Kreuze kroch, zu verzeihen.

Keine Ahnung, was aus ihr geworden ist, wir haben uns aus den Augen verloren. Aber mir ist bewusst, dass die Konsequenzen ihrer Tat, nämlich der Scheidung, viel furchtbarer waren, als die Konsequenzen der Tat ihres Mannes, dem 10min-Quickie mit der Schwimmlehrerin der Tochter.

Epiktet, ein Stoiker hat um 150 n. Christus gesagt, dass wir die äußeren Umstände nicht in der Hand hätten, nicht Besitz, Ansehen, Ehre, Freunde oder Gesundheit. Was wir in der Hand haben, ist, wie wir darüber denken, wie sich die Umstände gestalten. Über Epiktet bin ich per Zufall gestolpert (gibt es Zufälle?), als ich nach einem Zitat gesucht habe, das ich Marc Aurel zugeschrieben habe: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns Angst machen, es ist unsere Meinung über die Wirkung der Dinge, die uns Angst macht.“ Epiktets Handbüchlein der Moral, aus dem auch dieses Zitat stammt, ist seitdem für mich weiser Wegbegleiter und ein „must have read“ für jeden Hobby-Philosophen, interessierten Geist oder suchende Seele.

Es sind die Konsequenzen unserer Handlungen und Entscheidungen, auf die es ankommt, und oft zählt dabei noch mehr das, was man durch die Entscheidung zurücklässt oder vernachlässigen muss, um etwas anderes zu erreichen oder den damit an einen verbundenen Erwartungen gerecht zu werden.

Noch mehr Geld verdienen, für der Hände oder des Geistes Arbeit, ist ja recht und schön. Aber dafür zu verpassen, wie die Kinder groß werden, um dann Jahre später festzustellen, dass die Kinder einem nichts zu sagen haben, wenn man nun endlich mal für sie Zeit hätte, weil man ihnen nicht vorher etwas zu sagen hatte, als die richtige Zeit war. Wieder gibt es natürlich so viele gute Gründe dafür, warum man sein Leben lieber mit dem Streben nach Vermögen und Einfluss verbringt, statt vor Glück zu platzen, weil die Kinder gerade live die ersten Schritte machen.

Professor Nieschmidt, den ich sehr schätze und den ich einmal zu einer Seminarreihe eingeladen hatte, hat in seinem brillanten und eloquenten Vortrag von Kairos erzählt,  dem schönen, adoleszenten, nackten Gott „der guten Gelegenheit“ mit dem prächtigen Schopf.

Die Redewendung, „die Gelegenheit beim Schopfe packen“ rührt daher, dass jemand, der diesen Gott beim Schopfe packen konnte, sozusagen sein Glück zu fassen bekam.

Im Widerspruch stand Chronos, der es passend zur Grundeinstellung jedes durchschnittlichen deutschen Pädagogen cooler findet, wenn man von acht bis neun Uhr Mathe hat und danach Erdkunde und erst dann Sport, ganz egal auf was man gerade Lust hat. Sein ganzes Leben in einem durchgetakteten 30min-Terminablauf von 8 to 20 zu verwirken, kann super funktionieren. Schließlich bleibt ja gar keine Zeit mehr, drüber nachzudenken, was man mit all der eingesetzten Zeit eigentlich hätte machen können, um dem Leben Sinn zu geben.

Was könnten wir alles bewegen, wenn wir zur richtigen Zeit bevorzugt das machen würden, für das wir brennen? Das tun, dessen Konsequenzen wir uns wirklich wünschen? Was wenn wir durch unsere Entscheidung unsere Bestellung beim Universum auslösen, das uns das schenkt, nach dem wir höflich fragen? Was bekomme ich also, z.B. wenn ich mich samt meinen Kindern scheiden lasse? In der Regel mehrere  verkrachte Existenzen, sozial und wirtschaftlich selten besser gestellt als vorher, emotional vielleicht freier, aber dennoch mit den gleichen alten Themen grad beim neuen Partner am Anecken? Will ich das denn sein? Naja, dann wärs vielleicht eine gute Idee, sich einfach beim Universum zu bestellen, die Ehe aufrechterhalten zu können, die Krise zu überwinden, verlorenes Vertrauen wiederzufinden und erlittene Wunden heilen zu lassen.

Ach, Du glaubst gar nicht daran, dass man sich im Universum etwas wünschen kann? Gar kein Problem, einfach mal für die gewünschten Konsequenzen entscheiden, statt sich mit den Gründen zu beschäftigen,  die dagegen sprechen und schon geht auch ganz ohne Esoterik-Klimbim mancher Wunsch in Erfüllung.

Sich anzugewöhnen, eine Entscheidung an den gewünschten Konsequenzen festzumachen, scheint mir ebenso sinnvoll, wie plausibel. Einfach ist es deswegen noch lange nicht. Manchmal ist das Rachegefühl des gekränkten Egos so viel stärker als jedes Streben nach einer ausgeglichen emotional-rationalen Beschäftigung damit, wie es einem nachher mit dem Scherbenhaufen gehen wird, den man gerade mit pompösem Furore aus seinem besten Porzellan macht.

Entscheide ich mich eigentlich für eine Familie oder für ein Lotterleben mit persönlichen Freiheiten und vielen Frauen? Was wäre eigentlich die Konsequenz, man würde sich für alles und gegen nichts entscheiden? Gründe dafür gäbe es bestimmt genug…

 

3 Kommentare zu “Entscheidungen”

  1. „Der Wandel muss im Inneren vor sich gehen. Es sind Hass und Böswilligkeit, die unseren Frieden und unser Glück am meisten bedrohen. Um verhindern zu können, dass Hass und Zorn in uns geboren werden, müssen wir zuerst vermeiden, dass Unzufriedenheit, die deren Wurzel ist, sich einnistet. Wenn Hass sich erst einmal mit aller Kraft und Macht manifestiert hat, ist es sehr schwierig, ein Gegenmittel anzuwenden.“ (Dalai Lama)

    Nein, es gibt keine Zufälle. Da bin ich sicher. Es gibt Gesetzmäßigkeiten, nach denen das Universum funktioniert. Wäre es nicht so, würden wir Menschen nicht des nachts von den Sternen träumen und tief in unserem Innersten wissen, dass alles Eins ist und wir ein Teil davon sind. Untrennbar miteinander vernetzt. Verwoben.

    Erfolgreich ist, wer hat, was er will. Und wer will, was er hat, ist glücklich, sagt ein Sprichwort. Aber ist es wirklich so? Bedeutet das denn nicht zwangsläufig, dass wir uns alle nur mit dem zufrieden geben dürfen, was wir bereits haben? Dürfen wir Menschen dann nicht nach mehr streben? Uns nicht weiterentwickeln? Nur mit dem zufrieden sein, was bereits vorhanden ist? Genügsam wie Schafe? Wäre dem so, würde ich heute wohl in einem Rehfellkleidchen durch die Gegend hüpfen und Beeren sammeln, damit die Family zum Abendessen in der Höhle einen Nachtisch hat.

    Wenn es unsere wahre Aufgabe ist, glücklich zu sein, warum erfüllen sich dann unsere Wünsche nicht von selbst, wie durch Zauberhand? Was Du säst, wirst Du ernten und was Du Dir wünschst, das wird zu Dir kommen. So heißt es. Ganz einfach. Es wäre so leicht, sich all das zu wünschen, was wir gerne hätten. Könnten wir uns nur darauf konzentrieren, denn darin liegt unser Problem. Unsere Gedanken schweifen ab, schon haben wir unser gedankliches Ziel wieder verloren, bevor sich aus dem Geistesblitz, unserer ersten gedanklichen Energie, auch nur ansatzweise ein Gedanke zu Substanz als Grundlage für unser Handeln verfestigen kann.

    Vielleicht wollen wir Menschen manchmal einfach zu viel auf einmal. Wollen mit unseren Wünschen verknüpfen, was in unserem Kopf aber eigentlich nicht wirklich zusammen passt. Familie und / oder Lotterleben beispielsweise.

    Von Kindheit an wurde uns antrainiert, uns ständig entscheiden zu müssen. Für oder gegen etwas, denn alles kann man nicht, darf man nicht haben. Unser Handeln hat Konsequenzen und für unerlaubtes Handeln bekommen wir irgendwann die Quittung. Aber sind wir immer alleine Schuld an den Konsequenzen, weil wir in dem Moment diesen Weg gewählt haben?

    Wir Menschen handeln nicht grundlos. Und genauso, wie ein Empfänger zu 50% die Verantwortung dafür trägt, wie er eine Nachricht aufnimmt, so ist auch unser Umfeld mit verantwortlich für die Konsequenzen, die aus unserem Handeln entstehen.

    Die Schriften von Khalil Gibran verdeutlichen es im Passus von Verbrechen und Strafe in seinem Buch „Der Prophet“: „Wie ein Ozean ist euer göttliches Selbst. Es bleibt für immer rein. …. Es kennt nicht die Wege des Maulwurfs und sucht nicht die Schlupflöcher der Schlange. … So können auch die Schlechten und Schwachen nicht tiefer fallen als das Niedrigste, das auch in euch ist. Und so wie ein einzelnes Blatt nicht gelb wird ohne das stille Wissen des ganzen Baumes, so kann auch der Übeltäter kein Unrecht tun ohne euer aller verborgenen Willen.“

    Sein Handeln an den Konsequenzen auszurichten halte ich für sehr weise, denn das Ergebnis bedeutet, sich selbst und alle Umstehenden vor unüberlegt angerichtetem Schaden zu bewahren. Im fraglichen Moment hieße es aber auch, den überbrodelnden Hormoncocktail beiseite zu stellen und sich zu fragen, was man da gerade tut – und das ist nicht gerade einfach. Irgendwie scheinen sich um mich herum in diesem Jahr alle die selben Fragen zu stellen und noch nicht die richtigen Antworten zu finden.

    Gestern stand ich auf meinem Balkon und blickte auf meine Holzbank.

    Ich habe sie vor gut 14 Jahren gekauft, als wir noch in der alten Wohnung wohnten. Damals durfte ich mir anhören, wie ich nur dazu käme, einen so horrenden Betrag von 80 € für eine Holzbank von OBI auszugeben. Und noch nicht mal gestrichen! Ich muss schmunzeln, während ich das schreibe. Seit dem Tag ist viel passiert. Viele gemeinsam erlebte Freuden, viele Feste und schöne Erlebnisse, bei denen wir oder unsere Freunde und Verwandte auf dieser Bank saßen. Zu jedem Geburtstag packe ich das sperrige Ding und schleife es in die Küche und immer freuen sich alle darauf, wieder auf der Bank zu sitzen. Zwei mal hab ich sie bis jetzt abgeschliffen und wieder gestrichen. Vor 6 Jahren zog sie mit uns um in unser neues Heim.

    Seitdem passt nichts mehr zusammen. Auf diesem Balkon ist sie Wind und Wetter ausgesetzt, der Balkon ist immer zugig und kalt und so sitzen wir nur sehr wenig draußen auf unserer Bank. Voriges Jahr habe ich sie wieder abgeschliffen und diesmal farblos gestrichen. Viele Maßerungen und Verfärbungen hat sie mittlerweile, gezeichnet von den 14 Jahren. Heuer habe ich sie nicht hereingeholt, um Geburtstag zu feiern. Heuer habe ich meinen Geburtstag gar nicht gefeiert.

    Ich wollte nie leben um zu arbeiten sondern arbeiten um zu leben. Ich wollte die Welt sehen, Erfahrungen sammeln und die schönen Erlebnisse gemeinsam genießen wie auch die traurigen zusammen ertragen. Irgendwann aber saß ich nach der Arbeit immer nur alleine auf der Bank und das war auch nicht das, was ich mir so vorgestellt habe. Also begann ich, mir meine Bank so zu richten, dass sie für mich alleine passte. Dummerweise ist dort nun kein Platz mehr für eine zweite Person. Und mein Ego nebendran will auch nicht Platz machen. Ich habe mir auch für meine Bank einen neuen Balkon gesucht. 1,80m tief, sie passt dort genau hin. Westseite mit Abendsonne, überdacht, windgeschützt. Ich müsste sie nur packen, mein sperriges Ding, das Porzellan zerschlagen und einen neuen Weg gehen. Der Konsequenzen bin ich mir bewusst. Aber auch, dass ich nicht schuldlos bin, am Verlauf des Weges. Aber eigentlich war es mal mein Ziel, abends mein Gläschen Wein auf der Bank zu zweit mit ihm zu trinken. Womit wir wieder am Anfang wären. Ich wünsche Dir viel Kraft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

  2. Entscheiden auf Basis der Konsequenzen?
    – ein Leben im Stillstand

    Konsequenzen sind immer ein Teil von Entscheidungen.
    Dabei sind Konsequenzen meisten die Gründe, die gegen eine Entscheidung sprechen. Wenn ich meine Entscheidungen also immer nur an den Konsequenzen festmachen würde (bspw. das Aufgeben von Familie, Freundeskreis, Arbeitsplatz, Heimatlandes) dann sind das auf den ersten Blick immer Konsequenzen, die GEGEN eine Entscheidung sprechen. Wichtig ist jedoch aus meiner Sicht, sich die Konsequenz von der Konsequenz zu überlegen. Ja, es werden Dinge zurückgelassen werden müssen, Herzen gebrochen werden müssen und Abschiede gefeiert werden. Aber es warten neue, andere, spannende Erfahrungen. Dinge, die mein Leben bereichern und ziemlich wahrscheinlich glücklicher machen (alleine schon deshalb, weil ich eine Entscheidung FÜR MICH getroffen habe).

    Ich mache mich nicht abhängig von Konsequenzen, sondern weiß, dass ich mit ihnen umzugehen lerne, sie beherrschen werde und für mich in etwas sehr positives wandeln werde. Ich vertraue mir.
    Ich bin mir sicher, ich kann aus dieser Entscheidung eine positive Konsequenz ziehen.

    Wenn ich aber gar nicht nach mehr, anders, glücklicher strebe, dann stehe ich auch vor keiner Entscheidung, lieber Martin.

    Ansonsten beantwortet sich die Frage, „soll ich oder soll ich nicht“ sehr einfach anhand der Konsequenz von der Konsequenz.

    …und „soll ich nicht“ ist mit Stillstand verbunden.
    Die Frage ist nur: Ist der Stillstand gewollt?

    1. Stillstand? – Das kommt drauf an

      Nehmen wir doch mal als Beispiel, jemand möchte seinen Arbeitsplatz wechseln, er ist in seinem Job aktuell todunglücklich. Zu dieser Konsequenz, „jetzt schmeiße ich alles hin und gehe“, kommt er, weil sämtliche Verbesserungsversuche bisher nicht gefruchtet haben: Das Gespräch mit dem Vorgesetzten ergebnislos, das Gespräch mit dem Oberboss auch. Er fühlt sich unverstanden, nicht angenommen, so, als rede er mit einer Wand. Auch der Geschäftsführer klagt, dass mit dem Chef nicht zu reden sei und er selbst diesen Job nicht mehr gerne mache. Am liebsten würde er die Geschäftsführung auch abgeben, denn mit dem Chef sei eh kein normales Arbeiten möglich. Eine Tätigkeitsänderung scheidet ebenfalls aus, weil alle in Frage kommenden Stellen besetzt sind, dazu liegt die Bezahlung drei Stufen unter dem branchenüblichen Gehalt.
      Eigentlich sonnenklar, hier ganz schnell Konsequenzen in der Form zu ziehen, dass der Chef seinen Laden künftig selber schmeißen soll und man selbst ganz schnell das Weite und eine bessere Anstellung mit angemessener Bezahlung suchen sollte. Keine Frage, oder?
      Oder doch eine Frage?

      Bedeutet „Konsequenzen ziehen“ denn zwangsläufig Trennung? Und wenn nicht, dann zwangsläufig Stillstand?

      Die Frage, die sich mir stellt: Wie viele Verbesserungsversuche für eine Situation will man unternehmen, bevor man als Konsequenz Trennung statt Stillstand wählt?

      Oft ist es doch so, dass man das Gespräch sucht, Gründe eruiert, Vorschläge macht. Alles Zeichen der Hoffnung, dass es weiter vorwärts gehen kann und soll. Aber wann ist es an der Zeit, die Hoffnung zu begraben? Woran erkennt man, dass sich ZUKUENFTIG nichts ändern wird und alle Versuche umsonst sind?

      Wir können zwar alle in die Glaskugel schauen, dabei sehen wir alle aber auch gleich viel: Nämlich nichts.

      Wenn, wie in diesem Beispiel, sich jemand zur Trennung entscheidet, ist die Tür zugeschlagen. Dem Gegenüber nimmt man dann jede Chance, sich weiterzuentwickeln, seinen Gedankengang zu ändern. Zu verbessern. Gemeinsam zu wachsen. Die nächste Chance könnte der Andere aber doch schon nutzen….
      Das Alles ist nicht mehr möglich, wenn die Tür zu ist, denn nach einer Trennung findet (grundsätzlich mal so gesehen) keine Kommunikation mehr statt. Es muss dann ein „anderer“, vielleicht ganz neuer Weg gewählt werden.

      Ich bin der Meinung, dass Entscheidungen auf Basis der Konsequenzen nicht per se zum Stillstand führen. Dieser Stillstand tritt dann ein, wenn sich herausstellt, dass eine Chance nach der anderen ungenutzt verstreicht, sich beide Parteien nicht weiterentwickeln und somit nicht gemeinsam wachsen können. Dann ist z.B. eine Kündigung/Trennung die bessere Konsequenz, damit wenigstens Einer im Leben weiterkommt. Aber wie gesagt:

      Wann ist es Zeit für die letzte Chance und woran erkennt man es?

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